dhammapada reflections - deutsch


Die in diesen monatlichen Reflexionen im Englischen verwendeten Verse sind ‘A Dhammapada for Contemplation‘ (5th edition), Aruna Publications (2017) entnommen. Hierauf bezieht sich auch die deutsche Übersetzung. Für weitere Interpretationen schau bitte in anderen Übersetzungen nach.


VOLLMOND - Nach Zufriedenheit streben (Dienstag, den 6. Mai 2020) – Vesakha Puja


Wenn wir anderen Lebewesen schaden,
die wie wir nach Zufriedenheit streben,
schaden wir uns selbst.
 

Dhammapada v. 131


Was gelebte Gewaltlosigkeit bedeutet, ist recht offensichtlich, wenn es um unseren Umgang mit anderen Lebewesen geht. Aber was bedeutet sie, wenn wir unseren Blick nach innen richten? Was bedeutet gelebte Gewaltlosigkeit im Zusammenhang mit den ‚Lebewesen‘, die unsere inneren Welten bewohnen? Wie beziehen wir uns auf sie? Wenn wir uns durch eine gedrückte Stimmung blockiert oder vollkommen überwältigt von negativen Emotionen fühlen – was noch schmerzlicher ist - können wir dann diesen „Lebewesen“ begegnen? Können wir sie so annehmen, wie sie wirklich sind und sie dadurch befreien? Oder bewerten, verurteilen und bekämpfen wir sie und vergrößern dadurch das Leiden noch? Alle Lebewesen, auch die unattraktiven, nicht willkommenen, die wir so lange weggeschlossen hatten, sehnen sich nach Befreiung. 

Mit den besten Wünschen,
Ajahn Munindo

Vollmond - Verzerrte Sichtweisen - 7. April 2020


Verzerrte Sichtweisen,
bei denen das Richtige als falsch
und das Falsche als richtig angesehen wird,
bewirken, dass Lebewesen leiden.

Dhammapada v. 318


Unsere Art, die Dinge zu sehen, bestimmt unsere Beziehung zu ihnen. Wenn wir zum Beispiel gerne in der Sonne liegen, verbringen wir möglicherweise viele Stunden damit, ihre Wärme in uns aufzunehmen. Wenn wir dann aber erfahren, dass mit exzessivem Sonnenbaden und übermäßiger UV-Strahlung ein erhöhtes Risiko einhergeht, an Hautkrebs zu erkranken, halten wir uns wahrscheinlich eher zurück – auch wenn uns der Gedanke an ein Sonnenbad immer noch verlockend erscheint. Wenn wir Groll hegen und ihn sogar als förderlich empfinden, neigen wir auf einer subtileren Ebene dazu, ihm anzuhaften. Vertiefen wir uns jedoch weiter in Buddhas Lehre über den Pfad der Achtsamkeit und erkennen dadurch, wie unser Verstricktsein in Groll zu Verwirrung und Niedergeschlagenheit führen kann, sind wir eher geneigt, unsere Negativität loszulassen. Dann werden wir im Loslassen vielleicht ein neues Maß an Zufriedenheit finden.

Mit den besten Wünschen,
Ajahn Munindo